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Tim Burton

Geboren in USA

Der bekennende Fan von Horrorfilmen und Comics schätzt das Düster-Groteske, das Abgründige in boshafter Verkleidung und das Bizarre in Freaks und Außenseiter-Gestalten. Diese inszeniert er mal dramatisch, mal ironisch und immer mit dem Touch des Makaber-Humorvollen in erkennbar liebevoller Weise. So entstanden einige der skurrilsten Werke der Filmgeschichte, von denen mehrere, wie die beiden ersten "Batman"-Filme, Welterfolge wurden.

Tim Burton begann als talentierter Zeichner für die Disney-Studios und begann bereits dort mit zwei Kurzfilmen ("Vincent", eine Hommage für den Darsteller Vincent Price, und "Frankenweenie", eine Frankenstein-Parodie), eine eigenständige Bildsprache zu entwickeln. Nach seinem Regiedebüt für den Komiker Pee Wee Herman ("Pee Wees irre Abenteuer") konnte er seinen Stil mit der Geschichte um den Lottergeist "Beetlejuice" (1988, mit Michael Keaton) ausbauen. Beide Filme waren überraschend erfolgreich, weshalb ihn Warner mit dem "Batman"-Film und später dessen Fortsetzung beauftragte. Gespielt wurde der persönlichkeitsgespaltene Beschützer von Gotham City in den ersten beiden Teilen von Michael Keaton (den dritten "Batman"-Film produzierte Burton nur).

Zwischen diesen Großproduktionen fand Burton mit "Edward mit den Scherenhänden" (1991), in dem Johnny Depp ein trauriges Monster mit geschickten Fingerfertigkeiten spielte, endgültig seinen Stil. Als Liebhaber von B-Movies erwies Burton 1994 mit Depp in der Titelrolle dem "schlechtesten Regisseur aller Zeiten", dem in den 40er- und 50er-Jahren tätigen "Ed Wood", seine Huldigung. Er inszenierte den Nonsens-Stil Woods nach und stilisierte ihn dabei als tragische und konsequente Figur. Für die Rolle des drogensüchtigen Horrorfilmstars Bela Lugosi wurde Martin Landau mit dem Oscar für die beste Nebenrolle ausgezeichnet.

Burtons "Mars Attacks!" war eine höhnisch fiese und souverän die Filmgeschichte zitierende Alien-Invasion, in der Stars in kleinsten Rollen auftraten und die Schock-Ästhetik der Horror- und Science-Fiction-Filme der 50er Jahre genüsslich ausgekostet wurde. Mit der nach einer Novelle von Washington Irving entstandenen Horrorgroteske "Sleepy Hollow" (mit Johnny Depp und Christina Ricci), in der ein Dorf im Neuengland von 1791von einem kopflosen Reiter (Christopher Walken) terrorisiert wird, verbeugte sich Burton gekonnt bis in die Farbdramaturgie vor den Filmen des legendären Londoner Hammer-Studios und seinen "Dracula"- und "Frankenstein"-Produktionen sowie vor dem Edgar-Allan-Poe-Zyklus, den der Amerikaner Roger Corman zwischen 1960 und 1965 in England inszenierte und produzierte.

Als actionhaltige Auftragsarbeit entstand 2001 Burtons Neuinszenierung des Klassikers "Planet der Affen", in der Mark Wahlberg in die Fußstapfen von Charlton Heston trat und Schauspielergrößen wie Tim Roth oder Helena Bonham Carter unter ihren schweren Affenmasken kaum zu erkennen waren. Zurück zu seiner typischen Verspieltheit fand Burton in "Big Fish - Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht" mit der Geschichte eines Mannes (Albert Finney auf dem Sterbebett, Ewan McGregor als sein jüngeres Ich), der sein Leben aus märchenhaften Geschichten gestaltet.

Nach Burtons Entwürfen entstanden auch die ungewöhnlichen Kinderfilme "Tim Burton's Nightmare Before Christmas" und "James und der Riesenpfirsich" nach einer Vorlage von Roald Dahl. Eine weitere Dahl-Adaption bildete die vierte Zusammenarbeit von Burton mit Depp: In "Charlie und die Schokoladenfabrik" spielt Depp mit maskenhaftem Gesicht den exzentrischen Einsiedler Willy Wonka, der fünf Kindern mit erwachsener Begleitung die Gelegenheit gibt, seine Fabrik zu besichtigen - eine Tour, die in ein magisches Reich führt und bis zu ihrem Ende mit visuellen Eindrücken überrascht.

Burton war lange Zeit mit der in seinen Filmen auftretenden Schauspielerin Lisa Marie verlobt. Seit 2001 ist er mit der Schauspielerin Helena Bonham Carter liiert, mit der er einen gemeinsamen Sohn hat.

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